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Das Team entscheidet! Aber wie?

Kim Nena Duggen Kim Nena Duggen
14.06.2021

Lesezeit: 6 Minuten

3 Herangehensweisen für entscheidende Entscheidungen

Das Thema Entscheidungen treffen (lassen) ist im New Work Kontext immer wieder ein Essentielles! Wie treffen wir künftig Entscheidungen, wenn die Führungskräfte mehr Verantwortung an die Teams und Fachexperten abgeben? Wie geht Entscheiden überhaupt? Das Peter Parker Principle besagt:

With great Power comes great responsibility

Oh je, bin ich dann schuld, wenn etwas vermeintlich „falsch“ entschieden wurde? Und was passiert, wenn wir als Team zu gar keiner Entscheidung kommen?

Diese und viele weitere Fragen schließen sich häufig an, wenn wir im Organisationskontext darüber nachdenken, Verantwortung und somit auch Freiheit in die Teams zu geben.

Bei unserem Architektur-Midsommar am 24. Juni gibt es gleich drei Vorträge, die sich mit dem Thema Entscheidungen beschäftigen. Für diesen Blogartikel habe ich die beiden Speaker Elmar und Thomas interviewt und wir schauen gemeinsam auf verschiedene Herangehensweisen an Teamentscheidungen.

Meta-Spoiler: Ihr könnt diesen Artikel lesen, ohne Gefahr zu laufen, dass ich zu viele Inhalte der Vorträge beim Midsommar verrate. Die Teilnahme lohnt sich also nach wie vor! Hier geht es zur Anmeldung:

Zur Anmeldung für den Architektur-Midsommar 2021

 
 

In der Architektur- und Software-Entwicklung

In seinem Vortrag „Mit Mob-Programming zu einfacheren Team-Entscheidungen“ wird Thomas uns u.a. berichten, warum Mob-Programming das Entscheiden ohne endlose Diskussionen ermöglicht, sicherstellt, dass viele Perspektiven Berücksichtigung finden und es sogar dysfunktionalen Teams hilft, wieder vertrauensvoller miteinander zu arbeiten.

Was ich in unserem Interview vor allem von Thomas gelernt habe, ist, wie fantastisch Mob-Programming dabei hilft, schnell zu gemeinsamen Entscheidungen zu kommen, da eine Stärke in der gemeinsamen Entwicklung von Lösungen liegt – nämlich das schnelle Experimentieren mittels verschiedener Ideen im Raum. Anstatt lange über mögliche Ansätze zu diskutieren und einander verbal überzeugen zu müssen, werden verschiedene Ansätze schnell ausprobiert, und so entscheidet das Team auf Basis von selbst generierten Fakten. Ganz nebenbei lernen die Mitglieder voneinander und das Erleben und Erproben führt zu extrem hohem Commitment zu den gemeinsam geschaffenen Ergebnissen.

Mit welchem Mythos Thomas schon immer mal aufräumen wollte:

Programmieren in der großen Gruppe? Das ist doch sicher langsamer als jeder für sich, oder?

Was vermeintlich langwieriger aussieht, da das gesamte oder zumindest ein Teil des Teams an nur einer Story arbeitet, zahlt sich laut Thomas mittelfristig in hoher Codequalität und überzeugten Umsetzern aus. Außerdem schwärmen Mobs häufig davon, wie angenehm es ist, von der Idee bis zur kompletten Fertigstellung ungestört als Team arbeiten zu können. Das könnte sogar bedeuten, dass Mob-Programming richtig eingesetzt schneller zu besseren Ergebnissen und einer positiven Teamatmosphäre führt!

 
 

Nach der Architektur- und Software-Entwicklung

In seinem Vortrag „Analysiert: Wechselwirkungen zwischen Architektur & Organisation“ wird Elmar uns u.a. berichten, wie moderne Analysen auf Artefakte der Software-Entwicklung uns dabei helfen können, emotionsgeladene Entscheidungen durch faktenbasierte zu ersetzen und Conways Law in der eigenen Praxis auf die Schliche zu kommen.

Was ich in unserem Interview vor allem von Elmar gelernt habe, ist, dass mit drei Analysearten (Clonedetection, ungetesteter Code und nicht-verwendeteter Code) Erstaunliches zu Tage kommt, was Rückschlüsse auf hinderliche Kommunikationskultur, organisatorische Silos, Konstruktionsfehler im Abteilungsschnitt und so viel mehr zulässt. Diese Erkenntnisse führen häufig zu Aufatmen im Entwicklungsteam und erleichtern das Gespräch über die Missstände. Es geht eben nicht darum, wer Schuld hat oder „dass wir mal bei Gelegenheit technische Schulden beheben sollten“, sondern wo ganz konkret nun im Ermessen des Teams angepackt werden und welche weiteren Ergebnisse z.B. in die Führung eskaliert werden sollten. Die Analyse dient also als Vehikel, um spürbar Problembewußtsein zu schaffen und ganz konkreten „Anpack“ zu finden, um die Probleme zu lösen. Wenn dies dann noch von kontinuierlichen und neben statischen auch dynamischen Analysen untermauert wird, werden nachhaltigere Ergebnisse auf organisatorischer bis hin zur tiefsten Codezeilenebene erzielt.

Mit welchem Mythos Elmar schon immer mal aufräumen wollte:

Die Komplexität bei der Entwicklung und Anwendung einer Analyse korreliert doch sicherlich mit dem Erkenntnisgewinn, oder?

Elmar zufolge, ist dies genau nicht so! Ein konkretes Beispiel aus seiner Praxis: Zu analysieren, welche Codebestandteile ungetestet im Einsatz sind, sei recht banal. Und doch ist das Ergebnis unglaublich hilfreich. Denn leider ist dies entweder nicht immer eine gut begründbare Entscheidung sondern ein Versehen. Oder es hatten Projekt- und Marktdruck dazu geführt, das eben einfach nicht geschafft wurde, zu testen. Beides sind spannende Findings, um in der Zukunft einen Umgang damit zu finden und ganz kurzfristig nachzuarbeiten.

 
 

Das organisatorische Drumherum oder der next level shit

In unserem Vortrag „New Work ernst gemeint: Mitarbeiterbeteiligung@embarc“ werden Konrad Bechler und ich berichten, wie individuelle Mitarbeiterbeteiligungsmodelle Organisationen dabei helfen können, Entscheidungskompetenz nicht „nur“ organisatorisch sondern auch ganz formal und trotzdem risikoarm an die Mitarbeitenden abzugeben und warum dies so beflügelnd ist. Außerdem werden wir Einblicke in konkrete Modelle aus der Praxis geben und Eure Fragen zu Mitarbeiterbeteiligung beantworten.

Ob also Entscheidungen im Team mit Mob-Programming, modernen Analysen oder sogar formal verankert mittels Mitarbeiterbeteiligungsmodell – das Team entscheidet und wie!

Wer noch mehr über ganz konkrete Entscheidungswerkzeuge für Teams lernen möchte, findet in unseren 90-minütigen Makro-Lerneinheiten nützliche Themen zur Auswahl.

Und wer darüber nachdenkt, wo in der eigenen Organisation Potenziale für New Work schlummern, findet hier erprobte Herangehensweisen und konkrete Ansatzpunkte: Dynamikrobuste Geschäftsmodelle.

Wie geht ihr mit Entscheidungen im Team um?

Wir freuen uns auf die Diskussion mit Euch im Nachgang zu den Vorträgen bei unserem Midsommar-Event oder auch jederzeit per Email oder über unser Kontakt Formular.