Was können wir durch die Corona-Krise über Organisationen lernen?

Gestern klagte mir ein Bekannter sein Leid bezüglich der aktuell laufenden Planungsrunden für 2021 innerhalb seiner Organisation (Konzern mit rund 80.000 Angestellten weltweit). Die Mitarbeitenden seiner Abteilung würden sich beschweren, dass es so schwierig sei, Ziele und Kennzahlen für das nächste Jahr abzugeben, da ja alles grad so chaotisch und ungewiss ist. Sie würden sich nun wünschen, dass das Management einfach Ziele vorgibt. Der eigene Bottom-Up-Prozess würde ja in der aktuellen Situation überhaupt nicht passen. „Die da oben“ müssten doch wissen, was strategisch möglich ist. Außerdem würden die Pläne, die man da jedes Jahr entwickelt, ja sowieso nie greifen. Aber der Planungsprozess solle doch endlich abgeschlossen werden, damit man endlich wieder in Ruhe arbeiten kann…

Diese Anekdote zeigt aus meiner Sicht sehr deutlich, dass chaotische und vor allem komplexe Situationen (angelehnt an das CYNEFIN-Framework) wie die aktuelle Corona-Krise ganz neues Denken und Handeln erfordern. Die „alten“ Prozesse und Vorgehen greifen nicht mehr.

Ganz im Gegensatz zu den Mitarbeitenden des Konzerns bin ich der Überzeugung, dass Bottom-up-Ansätze eine sehr gute Idee sind, um in schwer kontrollierbaren Situationen handlungsfähig und wendig zu werden. Nur sollten diese Bottom-Up-Ansätze eben nicht in starre Planungsprozesse eingebettet sein, die auch unabhängig von Krisen selten hilfreich sind. Geeigneter wäre es, zu ermöglichen, situationsgerecht zu experimentieren und heraus zu arbeiten, was aktuell ein guter nächster Schritt sein könnte. Dies können Mitarbeitende im Tagesgeschehen, im direkten Kontakt mit (internen oder externen) Kunden und mit direktem Feedback zum Erfolg von Maßnahmen wesentlich besser gestalten, als ein „weit entferntes“ Management. Es ist spannend, welche Erkenntnisse gerade in der Krise entstehen und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Wird Corona als Chance begriffen, die eigene Krisenrobustheit zu stärken oder gehen wir zurück zu Altbewährtem, weil wir nichts anderes in petto haben?

„Lernen durch Corona“ heißt unsere Initiative für alle, die auf der Suche nach Impulsen und Erfahrungen sind. Wir haben gemeinsam mit unserem Kooperationspartner OrgaNeo Wissenschaftler, Organisationsvertreter und unser Netzwerk befragt, was sie gerade lernen und was anderen daran helfen könnte.

Erfahren Sie mehr über die Kampagne und wie Sie sich anmelden können. Profitieren von unseren exklusiven Einblicken, Hintergründen und Perspektiven und leiten Sie ihren eigenen Weg daraus ab:

 

 

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