Meta-learning: Was ich beim eLearning „Remote Moderation“ übers Lehren gelernt habe

By 16. April 2020 April 22nd, 2020 Allgemein, Inhaltliches

Die Krise erfordert neues Denken! Am letzten Mittwoch fand das erste Makrolearning (90-minütige online-Wissenshäppchen) zum Thema „Remote Moderation“ statt. In Remote versteht sich.  Hier ein Erfahrungsbericht:

Wir bei embarc sind als verteiltes Team zwischen Hamburg und Wien aufgestellt. Ich arbeite im Homeoffice, wenn ich nicht beim Kunden bin. Regelmäßig finden sowohl intern als auch mit Kunden Remote-Termine statt. Trotzdem war es eine Umstellung online Wissen zu vermitteln, nachdem ich es sonst eher gewohnt bin, softskillige Themen face-to-face zu schulen.

Check-ListVorbereitung

-auf Wiederverwendung achten: ich habe mich bewusst entschieden, Wissensbausteine auf Remote umzustellen, die jetzt – aber auch nach der Krise – für Kunden nützlich sind, um die Rüstzeiten kurz zu halten und nachhaltig zu arbeiten.

-Testen, Testen, Testen: ich habe in den letzten Tagen immer wieder verschiedene kleine Szenarien mit Kollegen und der Familien getestet. Jeder Testlauf ergab Erkenntnisse über mein eigenes technisches Set-up, den Umgang der Teilnehmenden mit der Technik und den Tools und hat vermeidbare Fehlerquellen aufgedeckt.

-Back-up Plan: da mir im Vorwege unklar war, mit welchen technischen Set-ups die Kunden teilnehmen und ob technisch alles reibungslos funktionieren wird, habe ich die Inhalte für eine Zoomkonferenz mit der Anbindung an Mural für kollaboratives Arbeiten entwickelt, hatte die Inhalte aber außerdem als Powerpoint-Präsentation vorbereitet und ein physisches Whiteboard im Raum, damit ich im Notfall hätte ausweichen können.

-Technische Störungen: da ich mich nicht um die Wissensvermittlung und gleichzeitig um während der Session auftretende technische Probleme hätte kümmern können, hatte ein Kollege „Telefondienst“ für den Notfall. Außerdem haben wir uns bereits 15 Minuten vor der eigentlichen Session im virtuellen Raum getroffen, um bei Bedarf Ton, Bild, etc. bei den Kunden einzurichten. Unsere FAQs, die einen Tag vorab geschickt wurden, enthielten außerdem Anforderungen an die Technik auf Kundenseite und haben Tipps gegeben, wie bei Störungen Abhilfe geschaffen werden kann.

Kurz vor der Session

-Zuhause Bescheid geben: Um unbeabsichtigte Cameo-Auftritte des Ehemanns zu verhindern, habe ich Zuhause abgestimmt, wann mein Büro wieder betreten werden darf.

-Tisch-Set-up: Am Schreibtisch habe ich Folgendes vorbereitet: Wasser auf Papiertuch, damit es geräuschlos abgestellt werden kann, den Laptop erhöht aufgestellt, damit die Kameraperspektive schmeichelnder ist und ich unterhalb der Kamera meine Notizen für die Teilnehmenden unsichtbar bleiben, auf einem Whiteboard neben meinem Schreibtisch hatte ich das Drehbuch (u.a. Agenda, Toolwechsel) des Trainings notiert, um dort immer wieder Orientierung und Zeitplan im Blick behalten zu können. Außerdem hatte ich vorab eine Checkliste erstellt, was kurz vor der Session bedacht werden muss (Anwendungen, außer die benötigten, schließen, Licht beachten, Hintergrund aufräumen, Handy auf Flugmodus)

Während der Session

-Zeitmanagement: remote dauert alles etwas länger, als face-to-face. Daher fand ich es hilfreich, den Techniktest mit den Teilnehmenden zeitlich mit einzuplanen und für Übungen/Diskussionen mehr Zeit als üblich zu geben, da das Sprechen und Agieren in Tools noch etwas ungewohnt ist.

-strikte Moderation: in Remote-Settings fehlt häufig die Möglichkeit, sich non-verbal abzustimmen, selbst wenn man sich per Kamera sieht. Eine Abstimmung über Gesprächsregeln, klare Reihenfolge von Redebeiträgen, etc. ist nötig. Eine offene Frage in die große Runde führt entweder zu gar keiner Reaktion oder parallelen Redesträngen. Als Trainer schule ich somit nicht nur Inhalte, sondern muss auch die Toolnutzung erklären und in Interaktionen moderieren.

Nachbereitung

-Lessons learned: direkt im Anschluss an das Event zu notieren, was ich gelernt habe und das Feedback der Teilnehmenden einzuarbeiten, war hilfreich, um nichts zu vergessen und es auch Kollegen zur Verfügung stellen zu können. Dies funktionierte hervorragend parallel zum Feierabendbier.

Abschließend

Es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich weiter mache. Verdaubare Wissenshäppchen online zu vermitteln, sind aktuell eine tolle Möglichkeit, um Teilnehmende in der Krisensituation niedrigschwellig zu unterstützen. Auch das Preismodell „pay what you think is right“ hat hervorragend funktioniert und wird weitergeführt. Folgetermine gibt es hier.

Außerdem bin ich gespannt auf Eure Erkenntnisse in Remote-Set-Ups! Was habt Ihr gelernt?

Remote bei embarc

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