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Lernen durch Corona_Link

Was können wir durch die Corona-Krise über Organisationen lernen?

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Gestern klagte mir ein Bekannter sein Leid bezüglich der aktuell laufenden Planungsrunden für 2021 innerhalb seiner Organisation (Konzern mit rund 80.000 Angestellten weltweit). Die Mitarbeitenden seiner Abteilung würden sich beschweren, dass es so schwierig sei, Ziele und Kennzahlen für das nächste Jahr abzugeben, da ja alles grad so chaotisch und ungewiss ist. Sie würden sich nun wünschen, dass das Management einfach Ziele vorgibt. Der eigene Bottom-Up-Prozess würde ja in der aktuellen Situation überhaupt nicht passen. „Die da oben“ müssten doch wissen, was strategisch möglich ist. Außerdem würden die Pläne, die man da jedes Jahr entwickelt, ja sowieso nie greifen. Aber der Planungsprozess solle doch endlich abgeschlossen werden, damit man endlich wieder in Ruhe arbeiten kann…

Diese Anekdote zeigt aus meiner Sicht sehr deutlich, dass chaotische und vor allem komplexe Situationen (angelehnt an das CYNEFIN-Framework) wie die aktuelle Corona-Krise ganz neues Denken und Handeln erfordern. Die „alten“ Prozesse und Vorgehen greifen nicht mehr.

Ganz im Gegensatz zu den Mitarbeitenden des Konzerns bin ich der Überzeugung, dass Bottom-up-Ansätze eine sehr gute Idee sind, um in schwer kontrollierbaren Situationen handlungsfähig und wendig zu werden. Nur sollten diese Bottom-Up-Ansätze eben nicht in starre Planungsprozesse eingebettet sein, die auch unabhängig von Krisen selten hilfreich sind. Geeigneter wäre es, zu ermöglichen, situationsgerecht zu experimentieren und heraus zu arbeiten, was aktuell ein guter nächster Schritt sein könnte. Dies können Mitarbeitende im Tagesgeschehen, im direkten Kontakt mit (internen oder externen) Kunden und mit direktem Feedback zum Erfolg von Maßnahmen wesentlich besser gestalten, als ein „weit entferntes“ Management. Es ist spannend, welche Erkenntnisse gerade in der Krise entstehen und welche Konsequenzen daraus gezogen werden. Wird Corona als Chance begriffen, die eigene Krisenrobustheit zu stärken oder gehen wir zurück zu Altbewährtem, weil wir nichts anderes in petto haben?

„Lernen durch Corona“ heißt unsere Initiative für alle, die auf der Suche nach Impulsen und Erfahrungen sind. Wir haben gemeinsam mit unserem Kooperationspartner OrgaNeo Wissenschaftler, Organisationsvertreter und unser Netzwerk befragt, was sie gerade lernen und was anderen daran helfen könnte.

Erfahren Sie mehr über die Kampagne und wie Sie sich anmelden können. Profitieren von unseren exklusiven Einblicken, Hintergründen und Perspektiven und leiten Sie ihren eigenen Weg daraus ab:

 

 

Infos & Anmeldung

JAXenter Interview mit Falk Sippach zum 25. Java-Geburtstag

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„Die Vorteile des JPMS werden wir erst in den nächsten Jahren wirklich schätzen lernen“

Java feiert 25. Geburtstag – Falk Sippach im Interview

Dominik Mohilo interviewte Falk Sippach
online bei JAXenter
erschienen am 04. Juni 2020

Java wird 25 Jahre alt – ein Vierteljahrhundert voller Geschichten, Features, Releases und Kontroversen. Im Zuge des Jubiläums interviewt JAXenter eine Reihe von Java Champions und Experten aus der Community über ihre Highlights und Lieblings-Features aus 25 Jahren Java. Ob es Java-Albträume gab und welche Wünsche Falk Sippach für die nächsten 25 Jahre Java anbringen würde? Lesen Sie gern hier nach.. (mehr …)

zum Interview

Stefan Zörner mit einem Workshop beim Microservices Summit

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Summit Logo

„Continuous Documentation – Eure Microservices-Architektur gemeinsam beschreiben“
Sprecher: Stefan Zörner

Workshop auf dem Microservices Summit 2020
Montag, 08. Juni 2020, 14 – 17.30 Uhr (Remote)
@MicroservSummit

 

Vorhaben mit vertikalen Architekturstilen wie Microservices setzen auf technologische Freiheiten und unabhängige Teams. Gleichwohl bauen sie eine gemeinsame Anwendung, die sich zumindest aus Benutzer- und Betriebssicht zu einem gewissen Grad auch einheitlich darstellen soll. Dieses Spannungsfeld lässt sich auflösen, wenn Ihr den richtigen Rahmen schafft. Und genau einen solchen Unterbau lernt Ihr in diesem Workshop kennen!

Wir diskutieren methodisch unerlässliches Handwerkszeug wie Architekturvision und Makroarchitektur. Ihr lernt die Fragestellungen kennen, die jedes Vorhaben diskutieren sollte. Und wir schauen uns praktikable Ansätze an, wie Ihr Eure Microservices-Architektur gescheit festhaltet und teamübergreifend kommuniziert.

Schlussendlich geht es in diesem Workshop um den Entwurf, die Dokumentation und die Reflektion Eurer Microservices-Architektur. Zielformat ist aber eher ein Pixie-Buch als 100 Seiten. EDUF — Enough Design Up Front, um auf lange Sicht angemessen auf Änderungen reagieren zu können. Und gleichzeitig ein stimmiges Systemerlebnis zu bieten. Euren Anwendern und Euren Teams.

Microservices Summit 2020

Was tun gegen die Videokonferenz-Müdigkeit? – Kim Nena Duggen im Interview

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Tipps und nützliche Hinweise zu Online-Meetings von Kim Nena Duggen

 

„Was tun gegen die Videokonferenz-Müdigkeit?“
Kim Nena Duggen und Inga Hoeltmann
Gespräch und Erfahrungsaustausch zu Online-Meetings und Videokonferenzen
veröffentlicht am 19. Mai 2020
Accelerate Academy (Vimeo)

Das Thema Online-Meetings ist gerade in aller Munde. Gleichzeitig werden Stimmen darüber laut, wie anstrengend diese sein können. Und dabei kritisieren Mitarbeitende, dass alles, was vorher ein analoges Meeting war, einfach nach virtuell rübergeschaufelt wird. Kein Wunder, dass bei vielen mittlerweile ein echter Überdruss eingesetzt hat.

Unsere Kollegin Kim Nena Duggen hat in dieser Woche in einem Live-Impuls mit der Journalistin und New-Workerin Inga Hoeltmann darüber gesprochen, was wir dem entgegen setzen können.

Neben diesen Impulsen bieten wir außerdem ein weiteres Makro-eLearning zum Thema schmerzfreie Online-Moderation in der nächsten Woche an: Remote Moderation – Basics (90 min)

Hier könnt ihr das vollständige Interview auf Vimeo nachschauen:

 

Zum Live-Impuls

Online-Meetings – warum sind die so anstrengend?

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…und was können wir tun, um es besser auszuhalten?

Der Tag beginnt mit einem kurzen Kundentermin. Der Auftrag an mich: 1,5 Stunden Retrospektive mit 5 Teilnehmenden online moderieren. Danach noch ein kurzes Weekly mit meinen Kollegen. Super, dann habe ich danach ja noch einen ¾ Tag, um mich auf die nächsten Themen zu stürzen. Aber um ehrlich mit mir selbst zu sein, es fühlt sich danach eher so an, als wenn ich ein Nickerchen machen oder einen Spaziergang einschieben sollte.

Warum sind Webmeetings eigentlich so viel anstrengender als ein Treffen face-to-face? Um diesem Phänomen auf die Schliche zu kommen, habe ich ein wenig recherchiert.

Videokonferenz-Erschöpfung

Das Erlebte nennt sich neu-deutsch: „Zoom Fatigue“ (1) und lässt sich relativ leicht erklären, wenn man sich die Funktionsweise unseres Gehirns näher anschaut:

Schon Watzlawick beschrieb es folgendermaßen: „Man kann nicht nicht kommunizieren“ (2). Dies lässt sich in einer Websession hervorragend nachfühlen. Das menschliche Hirn ist innerhalb einer Unterhaltung auf einem Parallel-Thread konstant damit beschäftigt, die non-verbalen Signale seiner Gegenüber zu deuten, um angemessen darauf zu reagieren. Schließlich machen non-verbale und paraverbale Anteile einen größeren Anteil der Kommunikation aus, als der Inhalt, wenn man Mehrabians 7-38-55-Regel(3) Glauben schenken möchte (nur 7% sprachlicher Inhalt). Unabhängig davon, ob diese Werte nun exakt stimmen, ist es aber genau dieser Umstand, der uns so schlaucht.

Der Videostream, der die anderen Teilnehmenden häufig nur teilweise zeigt, in vielen Fällen sogar eine ganze Reihe weiterer Teilnehmer gleichzeitig in der Galerieansicht präsentiert, regelmäßig in eher schlechter Bild- und schlimmstenfalls sogar grausiger Tonqualität, strengt unser Hirn an, da es eine kontinuierlich geteilte Aufmerksamkeit (continuous partial attention) (1) erzwingt.

„Leistung ergibt sich aus unserem Potenzial minus unserer Störungen.“ (4)

Die konstante Belastung durch Webkonferenzen zwingt unsere Selbstregulationsfähigkeit in die Knie. Präfrontalkortex, (u.a. zuständig für Planung, Organisation und vor allem schlussfolgerndem Denken) und Amygdala (verknüpft Ereignisse mit Emotionen) laufen auf Hochtouren – unabhängig davon, ob wir uns gerade darüber austauschen, wer ein Echo produziert oder wie wir mit einer Herausforderung im Projekt umgehen wollen.

Fehlende Erfahrung in verteilter Arbeit

Das führt uns zu einem weiteren Problemkomplex: auf Grund der Corona-Krise sind viele Unternehmen gezwungen, kurzfristig auf Remote-Arbeit umzustellen. Da in vielen Fällen keine Zeit und nur wenig Erfahrung mit verteiltem Arbeiten vorhanden war, machen viele weiter wie bisher nur eben vom Home-Office aus. Das Ergebnis sind Arbeitstage mit einer langen Aneinanderreihung von Remote-Meetings, was neben mir vielleicht auch andere anstrengend finden. Außerdem erleben wir Mitarbeitende, die berichten, dass sie auf Grund der vielen Meetings gar nicht zum Arbeiten kommen. Gleichzeitig haben manche Führungskräfte Sorge, dass sie ohne Remote-Meetings nicht sicherstellen könnten, dass jeder weiß, was zu tun ist.

Ein Teufelskreis? Anbei ein paar Ideen, um den Herausforderungen der aktuellen Situation zu begegnen:

Lösungsansätze kurz-, mittel- und langfristig

Kurzfristige Lösungsansätze:
  • jedem Teilnehmenden eines Webmeetings anbieten, die Kamera auszumachen, um Energie für die Zeitpunkte zu sammeln, wo es dem/der Einzelnen wichtig ist, gesehen zu werden
  • beim Präsentieren/längeren Sprechen eines Teilnehmenden auf „Sprecheransicht“ fokussieren
  • zur Abwechslung mal zum Telefon statt zum Videotool greifen und beim Sprechen bewegen, das regt das Denken an
  • viele kurze Pausen zwischen den Meetings, um Tool-frei (!) durchzuatmen, das gelingt z.B., indem Meetings anstelle von 60 Minuten mit nur 50 Minuten eingestellt werden, aber lediglich zur vollen Stunden gemeetet wird
Mittelfristige Lösungsansätze:
  • Webmeetings auf Randzeiten des Arbeitstages legen, um den Arbeitsfluss nicht konstant zu unterbrechen
  • Webmeetings ausschließlich nutzen, um:
    • eine persönliche Verbindung zwischen den Mitarbeitenden herzustellen (informeller Austausch, Krisenintervention)
    • um komplexe fachliche Probleme, die ich nicht allein lösen kann, gemeinsam mit anderen anzugehen
    • um Arbeit zu verteilen & zusammenführen, wenn dies nicht sogar schriftlich (mittels Wiki o.ä. möglich ist)
  • statt Dailies oder Check-ins per Videokonferenz: Chat, in dem Teammitglieder kurz berichten, was sie heute vorhaben und wobei sie Unterstützung benötigen
  • einen Videostream für das Team einrichten, in dem jede(r) sich den ganzen Tag einwählen kann, wenn sie/er mal mit anderen Austausch sucht
  • Statusfunktion in Tools nutzen, um zu signalisieren, wann jemand ansprechbar oder eben nicht verfügbar ist (geht z.B. bei Teams oder Slack)
  • statt langwierigen Status-Meetings, die nur wenige im Team interessieren: ein Weekly/Monthly im Lean Coffee-Format (5) mit Whiteboardtool (z.B. Mural)

Langfristige Lösungsansätze:
  • „Maker´s Schedule“ statt „Manager´s Schedule“(6): um fokussiert arbeiten zu können, hilft es, sich im Team darauf zu verständigen, spezifische kurze Zeitfenster für Kommunikation zu blocken und dadurch große freie Blöcke für kreatives und vor allem unterbrechungsfreies Arbeiten zu erhalten, in diesen dann Mails, Social Media, etc. auf Stumm schalten und Status entsprechend einstellen
  • verteiltes Arbeiten so etablieren, dass aus der Notlösung eine Tugend wird. Dies gelingt zum Beispiel und stark verkürzt über selbstorganisierte, cross-funktionale Teams, klare Rollen und gestärkte Eigenverantwortung, weitere Informationen findest Du hier(7)

Wenn es dann doch mal ein Remote-Meeting sein muss: Um sich fokussiert, effektiv und möglichst schmerzfrei abzustimmen, bieten sich bestimmte Tools, aber vor allem auch besonders geeignete Formate und Moderations-Handwerkszeug wie insbesondere Fragetechniken in Remote-Setups an.
Dazu findet ihr hier noch mehr…

Makro eLearning - 90min Wissensbausteine

 

Quellen:

(1) –  „Zoom Fatigue“ is taxing the brain (Link)
(2) –  Paul Watzlawik (Link)
(3) – Albert Mehrabian (Link)
(4) – „Wie das Gehirn Spitzenleistung bringt“ K. Notebaert & P. Creutzfeldt
(5) – Lean Coffee (Link)
(6) – „Maker´s Schedule“ Paul Graham (Link)
(7) – Vortrag „Die Selbstorganisationsformel (Minute 5-13 auf Youtube) & Masterclass Geschäftsmodelle der Zukunft

ADES am konkreten Beispiel – Online Vortrag am 04. Juni 2020

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„ADES Einstieg – mit 3 Praxisbeispielen“ (Online-Vortrag)
Sprecher: Kim Nena DuggenStefan Toth
Donnerstag, 04. Juni 2020, 17:00 – 18:00 Uhr
Technik-Check 16:45 Uhr / ab 18 Uhr Fragen an Referenten

Anmeldung & Infos – Kostenlose Teilnahme

Website zum ADES Framework.
Kurzvorstellung zum ADES Framework (Englisch) auf Youtube.

Die Praxis zeigt: Veränderungen werden häufig falsch angegangen! Rein technikgetriebene Changes, schwer zu steuernde langanhaltende Transitionen im Unternehmen oder das Folgen von Cargo Cults sind nur einige Negativ-Beispiele. Unsere Antwort: Rate – Shape – Focus and repeat! Unser ADES-Framework fußt auf der Idee, sowohl organisationell als auch technisch auf die Veränderung zu schauen, den Fortschritt laufend transparent zu machen und immer wieder auf die wichtigen Veränderungsbedarfe zu fokussieren. Dabei blicken wir gleichermaßen auf „Agile Delivery“ (AD) wie auf „Evolutionary Systems“ (ES), um ganzheitlich vorzugehen.

An drei konkreten Beispielen aus Kundenprojekten zeigen wir Euch in diesem Online-Vortrag, wie ADES funktioniert, was es bewirken kann und wie ein Transfer in die eigene Praxis beginnen kann.

 

 

Jetzt anmelden! (Teilnahme kostenlos)

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AGILA in den Zeiten der Corona

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Noch heute erinnern sich meine Schulfreunde an ein Buch-Referat, das ich mit meinem Freund und Sitznachbarn Rudi abgeliefert habe. „El amor en los tiempos del cólera“ (Die Liebe in den Zeiten der Cholera) – der weltberühmte Roman von Gabriel García Márquez wurde von uns atemberaubend schlecht und wirr zusammengefasst. Warum? Mal sehen …




Neben der hohen Lesezeit scheuten wir den Koordinationsaufwand der Buch-Übergabe und den schwierigen gemeinsamen Entwurf einer Präsentation – Das Buch wurde also (genau!) in der Mitte zerschnitten, die Hälften wurden per Münzwurf zugeteilt, es wurde gelesen und jeweils ein Referatsteil vorbereitet. Der erste Kontakt dieser Teile fand vor Publikum statt. Es war auch unsere erste Abstimmung untereinander …

Ich weiß bis heute nicht wie der letzte Satz meiner Buchhälfte endet. Ohne roten Faden ordneten sich (oft schlüpfrige Neben-)Aspekte der Geschichte aneinander. Ich wusste nicht was später wichtig wird, mein Referats-Partner nicht wo all die handelnden Personen herkommen.

Das herrliche Fiasko endete in frivoler Stimmung und einer Diskussion mit der Lehrkraft. Unser Standpunkt: Wir haben so getan, als wäre ein Referat zu zweit tatsächlich einfacher als ein Referat alleine. Wir dachten auch, das wäre die Idee der Lehrerin, die ein besonders dickes Buch zwei Schülern gemeinsam in die Hände legt… Diese Meinung wurde nur ansatzweise geteilt.


Virtuelle Kollaboration als Hürde für online-Seminare

Ist diese Geschichte aus meiner weit entfernten Jugend tatsächlich relevant? Nun ja, wir haben immerhin wieder eine Krankheit mit „C“ am Start und wir können über Kollaboration sprechen. Zusammen etwas zu erarbeiten war immer schon aufwendig und schwierig, wenn die Arbeitenden wenig interagieren, wird es noch schwieriger. Und zumeist schlecht. Das gilt für Buch-Referate, aber auch für Coachings und Seminare.
Im Seminar-Kontext finden wir mittlerweile viele online-Angebote. Alle sagen sie können das. Das stimmt nur leider selten. Das Überführen von Meetings in 12 verschiedene Home-Offices ist technisch einfach, aber oft auch zäh. Das einfache Abfilmen üblicher Seminar-Tätigkeit macht noch keine sinnstiftende Interaktion. Tatsächlich muss man online-Inhalte sowohl im Coaching- als auch Seminar-Bereich komplett neu denken. Das kostet Geld und Zeit, aber es muss eben sein.

embarc ist eine virtuelle Firma. Wir arbeiten seit unserer Gründung in virtuellen Büros, bald verteilt über 4 Städte. Wir wissen wie man online macht. Und trotzdem hat es uns mehrere Wochen harter Arbeit gekostet ein hoch-interaktives Erlebnis-Seminar wie das „iSAQB AGILA – Agile Softwarearchitektur“ in ein online-Seminar zu überführen. Zentrale Fragen waren dabei: Können wir auch online eine echte Gruppe formen? Können wir intensiv diskutieren? Können wir in Zusammenarbeit Erkenntnis schaffen? Wird das Seminar ein Erlebnis, statt nur abgesessene Zeit zwischen Rückfragen zum Einkauf und dem Gassi führen des Hündchens darzustellen?


Online zusammenarbeiten

Die ersten vollständig remote durchgeführten online-Seminare liegen nun hinter uns und ich kann über unser Konzept und das Feedback dazu berichten. Zunächst haben wir uns um eine Kollaborationsplattform bemüht die wirkliche Zusammenarbeit erlaubt. Die Übungen sind ein zentrales Element zum Verständnis eines Themas und müssen funktionieren. Hier sind wir bei Mural gelandet. Als reines Browser-Tool ermöglicht es live-Zusammenarbeit von vielen Nutzern. Ohne unangenehme Latenz und auch anonym. Miro wäre ein ähnliches Tool.

Die Übungen vorzubereiten ist etwas intensiver als bei Präsenzseminaren, da wir die Teilnehmer etwas stärker führen müssen. Rückfragen müssen möglich sein, idealer Weise findet sich aber alle Information zur Übung inkl. oft benötigter Theorie direkt im Übungsbereich wieder. Time-Boxes müssen klar kommuniziert sein und die Überleitung von der Theorie sauber sein. Wir haben zu diesem Zweck recht detaillierte Übungs-Murals erstellt. Hier ein Beispiel für 4 Gruppen, inkl. jeweiligem kleinen Hilfebereich:

Die Interaktion auf diesen Übungssheets klappt hervorragend. Weil die Gruppen auf Ausschnitten desselben Sheets arbeiten, ist die Besprechung sehr dynamisch und ohne störende Seitenwechsel möglich. Als Trainer hat man immer den Überblick wo die Teams gerade stehen. Um etwas Eindruck zu gewinnen wie die Zusammenarbeit aus der Vogelperspektive aussieht, hier ein kurzes Video:


Wenige Toolbrüche

Um den Fluss des Seminars weiter zu glätten, haben wir uns entschlossen das gesamte Seminar rund um diese Kollaborationsidee aufzubauen. Statt zwischen Powerpoint, Mural, Video-Screensharing und Tool XY hin und her zu springen, haben wir auch die Theorieteile in Mural aufgebaut. Mit entsprechendem Locking und der Verwendung von Outlines kann man „Prezi-artig“ über Theorieinhalte wandern. Als Unterlage ergeben die fertigen Theorie-Sheets auch einen guten Überblick. Ohne Medienwechsel können die Teilnehmer per Doppelklick auf die Übungssheets wechseln. Hier ein Beispiel für einen Theoriebaustein zum ADES-Framework:

Neben diesen inhaltlichen Blöcken haben wir auch ein Dashboard gebastelt, das als zentraler Anlaufpunkt fungiert, einen Themenparkplatz für später zu klärende Fragen, Feedback-Sheets um feingranularer Rückmeldungen einzufordern usw. Gemeinsam mit dem Video-Call inkl. Breakout-Rooms und einem stabilen Chat-Kanal entsteht eine nicht zu diverse, stabile Umgebung die leicht zu erfassen ist und sich mit der Zeit angenehm im Hintergrund hält.


Und das Feedback?

Nun ist es nicht entscheidend was ich über die Intention unseres Seminar-Designs fasle, sondern eher was das Publikum sagt. Bei meinem Referat vor 22 Jahren war das Feedback eher durchwachsen. Diesmal haben wir hingegen einen stark positiven Überhang. Von den Teilnehmern aus drei AGILA-Remote-Seminaren würde das Seminar jeder einzelne weiterempfehlen. Detailliertere Stimmen aus den drei Veranstaltungen:

  • Die Zusammenarbeit im Team und das Gruppenerlebnis sind tatsächlich auf Platz 2 der meistgenannten positiven Aspekte: „Hervorragende Zusammenarbeit im Team“, „Teamübungen waren Klasse!“, „Gutes interaktives Arbeiten und Gruppenarbeiten“
  • Was ist auf Platz 1? Die Toolkette und die Tatsache, dass remote-Arbeit gut funktioniert: „Remote funktioniert super & hat Vorteile“, „Ich werde ein Fan von Remote-Seminaren!“, „Das Arbeiten am Board hat super funktioniert!“, „Technik war stabil und sehr intuitiv“, „Alles super, Remote besser als erwartet!“

Ich feiere hier vor Allem, dass gelobt wird, was online so schwierig ist und worauf wir bei der Erarbeitung des Seminars so stark geachtet haben: Kollaboration und Gruppenbindung, echtes Seminar-Feeling trotz remote-Arbeit. Auch Platz 4 fällt noch in diese Kategorie (Rhythmus des Seminars und Zeiteinteilung), während auf Platz 3 die Praxisrelevanz und Erfahrung des Trainers landeten (was weniger mit online-Seminaren zu tun hat): „Trainer strahlt richtig viel Erfahrung aus“, „Viele praktische Dinge gelernt“.

Die genannten negativ-Punkte auf die Fragen „Was hat euch gestört?“ und „Was würdet ihr ändern?“ sind stark in der Unterzahl. Die einzigen beiden Cluster bemängeln, dass das verteilte eBook nicht so toll ist wie das Hard-Cover Buch „Vorgehensmuster für Softwarearchitektur – Kombinierbare Praktiken in Zeiten von Agile und Lean“ und danach, dass die spannenden Themen von Tag 3 (wo es um das ADES Framework und agile Skalierung geht) mehr Raum einnehmen könnten. Während an Tag 1 noch etwas an der sozialen Komponente (fehlende physische Pausengespräche) gemäkelt wurde, tauchte dieses Thema nach 3 Tagen gar nicht mehr auf. Mit einem formlosen Get-Together und Pausen-offenen Video-Sessions kann über die Tage zumindest etwas Ausgleich geschaffen werden.

Ich freue mich schon auf das nächste online-AGILA im Mai!
Weil dort nur mehr wenige Plätze frei sind, könnt ihr euch für den Sommer-AGILA Termin im August anmelden: AGILA 5. – 7. August 2020.

Online-Vortrag: Machine Learning anschaulich

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Am Dienstag, den 28. April 2020 bringt Euch Oliver Zeigermann in einem Online-Abendvortrag das Thema Machine Learning näher:


Meetup Logo


 „Machine Learning anschaulich“ (Online Vortrag)
Sprecher: Oliver Zeigermann
Remote Veranstaltung bei oose Events im Schanzenviertel
Dienstag, 28. April 2020, 18:00 – 20:00 Uhr
Zur Anmeldung (Veranstaltung kostenlos, die Plätze sind begrenzt)

Machine Learning revolutioniert in vielen Bereichen das Bild der Anwendungsentwicklung. Der Einsatz ist in vielen Projekten sehr reizvoll, allerdings ist es schwierig, Marketing-Hype von realistischen Anwendungsmöglichkeiten zu unterschieden und sich generell einen Überblick zu verschaffen.

In diesem interaktiven Vortrag werde ich daher einige besonders anschauliche Beispiele für Machine Learning mitbringen, die Sie sofort auf ihrem eigenen Rechner im Browser ohne jegliche Installation ausprobieren können. Anhand dieser Beispiele werde ich die Grundprinzipien der unterschiedlichen Arten des Machine Learning erläutern und Sie können sich gleichzeitig Inspiration für mögliche Anwendungsgebiete in Ihrem Unternehmen mitnehmen. Wir werden uns dabei mit Neuronalen Netzwerken, Bilderkennung, Sprachverarbeitung, Ausreißererkennung, Erzeugung von realitätsnahen Artefakten, Repräsentation semantischer Konzepte, und sogar dem Spielen von Schach beschäftigen.

Zur Anmeldung


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Meta-learning: Was ich beim eLearning „Remote Moderation“ übers Lehren gelernt habe

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Die Krise erfordert neues Denken! Am letzten Mittwoch fand das erste Makrolearning (90-minütige online-Wissenshäppchen) zum Thema „Remote Moderation“ statt. In Remote versteht sich.  Hier ein Erfahrungsbericht:

Wir bei embarc sind als verteiltes Team zwischen Hamburg und Wien aufgestellt. Ich arbeite im Homeoffice, wenn ich nicht beim Kunden bin. Regelmäßig finden sowohl intern als auch mit Kunden Remote-Termine statt. Trotzdem war es eine Umstellung online Wissen zu vermitteln, nachdem ich es sonst eher gewohnt bin, softskillige Themen face-to-face zu schulen.


Check-ListVorbereitung

-auf Wiederverwendung achten: ich habe mich bewusst entschieden, Wissensbausteine auf Remote umzustellen, die jetzt – aber auch nach der Krise – für Kunden nützlich sind, um die Rüstzeiten kurz zu halten und nachhaltig zu arbeiten.

-Testen, Testen, Testen: ich habe in den letzten Tagen immer wieder verschiedene kleine Szenarien mit Kollegen und der Familien getestet. Jeder Testlauf ergab Erkenntnisse über mein eigenes technisches Set-up, den Umgang der Teilnehmenden mit der Technik und den Tools und hat vermeidbare Fehlerquellen aufgedeckt.

-Back-up Plan: da mir im Vorwege unklar war, mit welchen technischen Set-ups die Kunden teilnehmen und ob technisch alles reibungslos funktionieren wird, habe ich die Inhalte für eine Zoomkonferenz mit der Anbindung an Mural für kollaboratives Arbeiten entwickelt, hatte die Inhalte aber außerdem als Powerpoint-Präsentation vorbereitet und ein physisches Whiteboard im Raum, damit ich im Notfall hätte ausweichen können.

-Technische Störungen: da ich mich nicht um die Wissensvermittlung und gleichzeitig um während der Session auftretende technische Probleme hätte kümmern können, hatte ein Kollege „Telefondienst“ für den Notfall. Außerdem haben wir uns bereits 15 Minuten vor der eigentlichen Session im virtuellen Raum getroffen, um bei Bedarf Ton, Bild, etc. bei den Kunden einzurichten. Unsere FAQs, die einen Tag vorab geschickt wurden, enthielten außerdem Anforderungen an die Technik auf Kundenseite und haben Tipps gegeben, wie bei Störungen Abhilfe geschaffen werden kann.


Kurz vor der Session

-Zuhause Bescheid geben: Um unbeabsichtigte Cameo-Auftritte des Ehemanns zu verhindern, habe ich Zuhause abgestimmt, wann mein Büro wieder betreten werden darf.

-Tisch-Set-up: Am Schreibtisch habe ich Folgendes vorbereitet: Wasser auf Papiertuch, damit es geräuschlos abgestellt werden kann, den Laptop erhöht aufgestellt, damit die Kameraperspektive schmeichelnder ist und ich unterhalb der Kamera meine Notizen für die Teilnehmenden unsichtbar bleiben, auf einem Whiteboard neben meinem Schreibtisch hatte ich das Drehbuch (u.a. Agenda, Toolwechsel) des Trainings notiert, um dort immer wieder Orientierung und Zeitplan im Blick behalten zu können. Außerdem hatte ich vorab eine Checkliste erstellt, was kurz vor der Session bedacht werden muss (Anwendungen, außer die benötigten, schließen, Licht beachten, Hintergrund aufräumen, Handy auf Flugmodus)


Während der Session

-Zeitmanagement: remote dauert alles etwas länger, als face-to-face. Daher fand ich es hilfreich, den Techniktest mit den Teilnehmenden zeitlich mit einzuplanen und für Übungen/Diskussionen mehr Zeit als üblich zu geben, da das Sprechen und Agieren in Tools noch etwas ungewohnt ist.

-strikte Moderation: in Remote-Settings fehlt häufig die Möglichkeit, sich non-verbal abzustimmen, selbst wenn man sich per Kamera sieht. Eine Abstimmung über Gesprächsregeln, klare Reihenfolge von Redebeiträgen, etc. ist nötig. Eine offene Frage in die große Runde führt entweder zu gar keiner Reaktion oder parallelen Redesträngen. Als Trainer schule ich somit nicht nur Inhalte, sondern muss auch die Toolnutzung erklären und in Interaktionen moderieren.

Nachbereitung

-Lessons learned: direkt im Anschluss an das Event zu notieren, was ich gelernt habe und das Feedback der Teilnehmenden einzuarbeiten, war hilfreich, um nichts zu vergessen und es auch Kollegen zur Verfügung stellen zu können. Dies funktionierte hervorragend parallel zum Feierabendbier.

Abschließend

Es hat mir so gut gefallen, dass ich gleich weiter mache. Verdaubare Wissenshäppchen online zu vermitteln, sind aktuell eine tolle Möglichkeit, um Teilnehmende in der Krisensituation niedrigschwellig zu unterstützen. Auch das Preismodell „pay what you think is right“ hat hervorragend funktioniert und wird weitergeführt. Folgetermine gibt es hier.

Außerdem bin ich gespannt auf Eure Erkenntnisse in Remote-Set-Ups! Was habt Ihr gelernt?

Remote bei embarc

SoftwarearchitekTOUR-Podcast bei heise zu Fitness Functions und Evolutionärer Architektur

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„Episode 71: Fitness Functions und evolutionäre Architektur“
Sandra Parsick im Gespräch mit Stefan Zörner
SoftwareArchitekTOUR (Podcast-Serie bei heise online)
veröffentlicht Dienstag, 07.April 2020

Link zum Podcast

Evolutionäre Architektur denkt Dinge anders als klassische Softwarearchitektur. So lädt sie Teams zu Anpassungen ihrer Lösungsansätze an neue Gegebenheiten geradezu ein. Aber taugen die neuen Ideen? Wie testet man überhaupt Softwarearchitektur? In dieser Folge diskutieren Sandra Parsick und Stefan Zörner Fitness Functions als eine Möglichkeit, um als Team frühzeitig und im Extremfall sogar automatisch Rückmeldung über die Wirkung der Architektur zu erhalten.

SoftwareArchitekTOUR Podcast